Besondere Sehenswürdigkeiten
Wassersuppe
Der erste urkundliche Nachweis über das Dorf stammt von 1441. Damals kam ein Teil des Ortes unter der Bezeichnung „Watersopp“ in den Besitz der Familie von der Hagen. Von einem ehemaligen, recht einfachen Herrenhaus, das zu DDR-Zeiten von einer LPG genutzt wurde, ist nur noch ein kleinerer Gebäudeteil vorhanden.
Um den Erhalt der Dorfkirche von 1756, einem Fachwerkbau mit barockem Türmchen, Westgiebel und Rundbogenfenstern, bemüht sich ein Verein unter anderem durch den Erlös aus regelmäßig stattfindenden Sommerkonzerten. In die Kanzelfelder des Kanzelaltars von 1703 mit seinen Posaune blasenden Barockengeln sind Schnitzfiguren der vier Evangelisten eingefügt, die aus einem bedeutend älteren Altar stammen dürften.
Stölln
Bekannt wurde der Ort an den Rhinower Bergen durch den Flugpionier, Ingenieur und Humanisten Otto Lilienthal, der hier ab 1893 die von ihm konstruierten und gemeinsam mit seinem Bruder Gustav er bauten Flugapparate gezielt durch die Luft steuerte. Vom Gollenberg aus erreichte er Gleitflüge über 250 Meter. Am 9. August 1896 stürzte Otto Lilienthal infolge einer thermischen Ablösung ab, brach sich dabei das Genick und starb am darauffolgenden Tage.
Da viele Flugsportbegeisterte den Spuren Otto Lilienthals folgten und ihre Flugübungen in den Rhinower Bergen unternahmen, gilt Stölln als ältester Flugplatz der Welt. Seit 1990 ist der Flugsportverein (FSV) Otto Lilienthal auf dem Flugplatz ansässig. Er widmet sich der Segelfliegerausbildung von Jugendlichen und bietet Rundflüge über das Havelland an. Der „FSV Otto Lilienthal“ ist einer von 50 Luftsportvereinen in Brandenburg.
Gedenkplätze am Gollenberg und bei Stölln erinnern an den tödlichen Absturz Otto Lilienthals und an seine Flugübungen.
Eine weitere Erinnerungsstätte an den Flugpionier befindet sich im Inneren einer ausgemusterten Iljuschin IL-62. 1989 ließ der damalige Chef der DDR-Fluglinie Interflug das vierstrahlige Verkehrsflugzeug auf Bitten der Stöllner Bürgermeisterin auf einer Wiesenanlagen bei Stölln landen.
2010 soll in der alten Brennerei in Stölln das Lilienthal-Centrum eröffnet werden, ein Museum mit Veranstaltungs- und Tagungssaal, Restauration und Museumsshop.
Havelberg
Vor über tausend Jahren strebten die Ottonen danach, das Deutsche Reich jenseits der Elbe gen Osten zu erweitern.
Anders als Heinrich I., der die Slawen östlich der Elbe durch mehrere Feldzüge zu einer Tributherrschaft zwingen wollte, wählte sein Sohn König Otto I. eine andere Strategie: Er plante das slawische Territorium mit Hilfe der Kirche ins Deutsche Reich einzugliedern. 948 entstanden die Bistümern Havelberg und Brandenburg zum Zwecke der christlichen Missionierung der Slawen. Wie schon zuvor widersetzten sich die slawischen Stämme auch diesen neuen Herrschaftsformen. Im Slawenaufstand von 983 zerstörten sie die ältesten Bistümer Brandenburgs und verjagten deren Bischöfe und Priester. Erst 150 Jahre später, nachdem Heinrich der Löwe und Albrecht der Bär ihr Herrschaftsgebiet Richtung Ostelbien erweitert hatten, bezog wieder ein Bischof während des Wendenkreuzzuges von 1147 die Diözese in Havelberg.
Unter ihm, dem Bischof Anselm von Havelberg, wurde 1150 auf einer Anhöhe über der Havel mit dem Bau des Doms St. Marien begonnen. Das als romanische Pfeilerbasilika angelegte sakrale Gebäude baute man nach einem Großbrand 1279 mit Backsteinen gotisch um. Zur reichhaltigen mittelalterlichen Ausstattung gehören die Triumphkreuzgruppe, drei Sandsteinleuchter, die Glasmalereien einiger Fensterscheiben, der mit Maßwerk und Figurenschmuck versehene Lettner sowie 63 Sandsteingrabplatten aus dem 13. bis 18. Jahrhundert. Der Renaissance-Taufstein, der barocke Altar und die Orgel von 1777 sind ebenfalls sehenswert.
Der Prämonstratenserdomstift wurde ab 1150 an den Chorbau des Doms angefügt. Das ehemalige Klausurgebäude und etliche weitere zum Klosterstift gehörige Gebäude sind bis heute erhalten. In einigen Gebäudeteilen ist seit 1904 das Prignitz-Museum untergebracht mit Sammlungen zur regionalen Ur- und Frühgeschichte, Stadtgeschichte sowie zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Kolonialisierung.
Ebenfalls eine Besichtigung wert sind die mittelalterliche Stadtkirche St. Lauritius, die Hospitalkapellen St. Anna und St. Spiritus (Beguinenhaus) sowie das Rathaus.
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