Besondere Sehenswürdigkeiten
Pritzerbe
Pritzerbe ist eine der ältesten und kleinsten Städte Brandenburgs. Menschen siedelten hier bereits vor über 10.000 Jahren. Im Zusammenhang mit der Gründung des Bistums Brandenburg wird der Ort 948 erstmals als „civitas“ erwähnt. In jener Zeit bildete Pritzerbe den westlichsten Zipfel des Lebensraums der Heveller bzw. Strodanen, eines Slawenstamms, der seinen Hauptsitz in Brandenburg hatte.
1161 wird Pritzerbe in einer Urkunde als Burgwardium, d.h. Mittelpunkt eines Burgbezirks bezeichnet. Reste dieser ursprünglich slawischen, da nach deutschen Burg liegen noch im Verborgenen.
Die Bewohner lebten jahrhundertelang vom Fischfang. 1776 wird die Pritzerber Schifferinnung als Schiffer- und Fischergilde gegründet. Im 19. Jahrhundert entstanden einige Schiffswerften. Seinen Höhe- und kurz darauf auch Endpunkt hatte der Schiffsbau 1927/28, als der erste vollständig aus Eisen gefertigte Kahn vom Stapel lief.
Einen hübschen Rastplatz mit großer Rundbank von der aus man den Fährbetrieb beobachten kann, bildet die „Ablage“, eine ehemalige Anlegestelle für Fracht- und Fahrgastschiffe, einst Umschlag- und Lagerstätte für unterschiedliche Güter.
In der Rohrweberei im 1929 erbauten Schützenhaus in der Marzahner Chaussee werden an Handwebstühlen Schilfrohrprodukte gefertigt, meist Matten und Unterputzmaterial für das Baugewerbe aber auch zierliche Dekorationsgegenstände.
Seit der Gemeindegebietsreform von 2002 gehört Pritzerbe zur neu gegründeten Stadt Havelsee.
Bahnitz
Bahnitz wird 1225 als Bantbyz urkundlich erwähnt.
Im nordwestlich gelegenen Nachbarort Milow wurde 1832 der „Milchkönig“ Carl Bolle geboren, der ab 1881 als Erster Frischmilch nach Berlin lieferte. Auch Bahnitz ist ein traditionelles Milchwirtschaftsdorf. Nach 1990 entstand aus den ehemaligen LPGs der DDR die Milchgut Bahnitz AG, welche auf den umliegenden 1.500 ha Landfläche Futter für rund 1.300 Kühe anbaut.
In den Räumlichkeiten einer restaurierten Dorfgaststätte befindet sich der Kunsthof Bahnitz. Hier finden Malkurse, Workshops, Seminare und kulturelle Veranstaltungen statt.
Mit den Resten des Kirchturms am Ende der Dorfstraße besitzt Bahnitz vermutlich die kleinste Kirche Brandenburgs.
Bis vor kurzem befand sich in der Havel bei Bahnitz noch ein Nadelwehr. Es wird gerade durch ein zweifeldriges, wassergefülltes Schlauchwehr ersetzt. Ein neuer Fischpass soll den Fischen weiterhin das Flussauf- und Flussabwärtswandern ermöglichen. Durch eine 4,50 x 20 Meter breite Kahnschleuse passieren Sportboote das Wehr.
Am Havelstrand können Sie eine im fernöstlichen Stil gestaltete Kneipp-Station kostenlos nutzen.
Milow
Im Winkel zwischen Stremme und Havel, wo sich zwischen dem 9. und dem 11. Jahrhundert eine slawische Burg befand, ließ der Magdeburger Erzbischof Wichmann im 12. Jahrhundert ein Kastell errichten, das im 13. Jahrhundert zur Burganlage erweitert wurde. Um sie wurde im Spätmittelalter wegen Grenzstreitigkeiten zwischen dem Erzbistum Magdeburg und den brandenburgischen Markgrafen vielfach gekämpft. 1433 erhielt die Familie von Treskow Milow zum Lehn, ab 1600 führte sie einen Gutshof im Ort. Durch Zwangsversteigerung kam die Anlage 1754 an den Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau. Der Ostflügel des einstigen Herrenhauses, dessen Zweiflügelanlage nordwärts der Milower Fachwerkkirche zu sehen ist, dürfte noch aus dieser Zeit stammen.
Die 1979-84 sehr sorgfältig renovierte Patronatskirche von 1695, besitzt im Innenraum überaus reichhaltige Ausmalungen, darunter wunderschöne Engelsfiguren in der hölzernen Kassettendecke von 1702, Szenen aus dem alten Testament in den 37 Brüstungsfeldern der an drei Seiten umlaufenden Emporen und zierlich gemalte Wappen auf den Wänden der Patronatslogen. Sehenswert sind auch der kunstvolle Altar und die Epitaphe der Patronatsherren.
Das Besucherzentrum Milow im Milower Gutskomplex informiert über die Großschutzgebiete Brandenburgs und den Naturpark Westhavelland.
Rathenow
siehe Tagestour Naturpark Westhavelland
Hohennauen
Die einst slawische Burg „Hus tu Hogenowen“ gelangte 1386 in den Besitz des Brandenburger Bischofs und wurde als deutsche Burg ausgebaut. Dazu gehörte seinerzeit auch eine Wehrkirche. Der backsteinerne Westturm der Dorfkirche mit seinen Schießscharten er gehört übrigens zu den ältesten Backsteinbauten Brandenburgs ruht zu Teilen auf diesem romanischen Vorgängerbau aus dem 13. Jahrhundert. Der jetzige Kirchbau, eine ehemalige Patronatskirche von 1710-20 wurde in den 80er Jahren restauriert. Die sehr sehenswerte Innenausstattung stammt aus Stiftungen der in Hohennauen ansässigen Patronatsfamilien, vor allem derer von der Hagen. Die kunstvollste Arbeit ist der Altaraufbau (Anfang 17. Jahrhunderts). Beachtenswert sind ferner der sechseckige aus Sandstein gefertigte Taufstein und die hölzerne Kanzel aus derselben Zeit, die zweigeschossigen, oben verglasten Patronatslogen mit Wappendekor an den Brüstungen sie stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert ein prunkvoller Sarkophag von 1769, sowie aufwendige Epitaphe (besonders an der Südwand) aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in denen der Übergang vom Barock zum Frühklassizismus erkennbar wird.
Um 1700 ließ ein von Rauchhaupt auf den Fundamenten der Burg ein Wohnhaus errichten, das bis heute als Westflügel einer späteren Dreiflügelanlage erhalten geblieben ist. Der seenah gelegene Gebäudekomplex wurde von 1938 bis 1987 überwiegend als Schule genutzt.
Die Familie von der Hagen errichtete 1792 am nördlichen Ende des Gutsparks einen 11-achsigen Putzbau mit Walmdach. Nach 1945 wurde das Gebäude als Kinderheim, später und nach der Sanierung (1999-2001) gewerblich genutzt.
Zu weiteren Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke
siehe Tagestour Rathenow Havelberg
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